Was ist GEO (Generative Engine Optimization)?
GEO ist die Arbeit daran, dass KI-Systeme Ihre Inhalte als Quelle verwenden und Ihre Kanzlei in Antworten nennen können. Der Begriff stammt aus der Forschung zu generativen Suchsystemen und hat sich seit 2024 in der Praxis verbreitet.
Der Unterschied zur klassischen Suche: Google zeigt eine Liste von Links, der Nutzer wählt. Ein KI-Assistent liest selbst mehrere Quellen und formuliert eine Antwort. Ob Ihre Kanzlei darin vorkommt, hängt davon ab, ob die KI Ihre Inhalte gefunden, verstanden und für passend gehalten hat. Einen Klick auf Ihre Website gibt es dabei nicht immer.
Was ist der Unterschied zwischen GEO und SEO?
SEO zielt auf Platzierungen in einer Trefferliste, GEO auf Nennung und Zitat in einer formulierten Antwort. Die technischen Grundlagen überschneiden sich stark. Die Gewichtung verschiebt sich.
| Aspekt | Klassisches SEO | GEO |
|---|---|---|
| Ziel | Platzierung in der Trefferliste | Nennung oder Zitat in einer KI-Antwort |
| Suchanfrage | oft kurze Stichworte („Anwalt Arbeitsrecht Saarbrücken“) | ganze Sätze und Folgefragen |
| Wichtigste Einheit | die Seite | der einzelne Absatz, der eine Frage beantwortet |
| Crawler | Googlebot, Bingbot | zusätzlich OAI-SearchBot, Claude-SearchBot, PerplexityBot u. a. |
| Erfolgsmessung | Rankings, Klicks, Search Console | Nennungen bei festen Testfragen, zitierte URLs |
| Externe Signale | Backlinks | Erwähnungen in Verzeichnissen, Fachmedien, Profilen |
| Gemeinsam | lesbares HTML, schnelle Seiten, klare Struktur, strukturierte Daten |
Wer ein solides SEO-Fundament hat, muss für GEO nicht neu anfangen. Er muss vor allem Texte umbauen und seine Präsenz außerhalb der Website pflegen.
Ist LLM-SEO, KI-SEO oder AI-Search-Optimierung dasselbe wie GEO?
Im Alltag ja. LLM-SEO, KI-SEO, AI-Search-Optimierung, AEO (Answer Engine Optimization) und GEO bezeichnen weitgehend dasselbe: Optimierung für Systeme, die Antworten generieren. Eine verbindliche Abgrenzung gibt es nicht.
Wichtiger als der Begriff ist, was ein Angebot konkret umfasst. Fragen Sie nach: Welche Testfragen werden gemessen? In welchen Systemen? Was wird an der Website geändert? Was außerhalb?
Brauche ich als Kanzlei SEO und GEO?
Ja, weil das eine auf dem anderen aufbaut. Google bezieht die Inhalte für seine KI-Übersicht aus dem normalen Suchindex und nennt dafür nach eigener Aussage keine Sonderanforderungen. Microsoft Copilot stützt sich auf Bing. Wer dort nicht sauber erfasst ist, fehlt auch in den KI-Antworten.
Umgekehrt reicht klassisches SEO allein nicht immer. Eine Seite kann gut platziert sein und trotzdem nie zitiert werden, wenn sie keine Frage klar beantwortet.
Woher beziehen KI-Assistenten ihr Wissen über Kanzleien?
Aus Trainingsdaten und aus einer Websuche im Moment der Frage. Trainingsdaten sind Monate alt und enthalten über einzelne Kanzleien meist wenig. Bei Fragen wie „Welcher Anwalt für Mietrecht in Trier?“ entscheidet deshalb vor allem die Websuche.
Die Suche greift auf eigene Indizes der Anbieter und auf Partner zurück. Welche das im Einzelnen sind, ist nicht vollständig öffentlich und ändert sich. Für Kanzleien heißt das: Die eigene Website muss für die Crawler der Anbieter lesbar sein, und die Angaben in Verzeichnissen und Profilen müssen stimmen. Wie Sie die Crawler zulassen, beschreibt der Ratgeber KI-Crawler und robots.txt.
Wie schreibe ich Inhalte, die KI-Systeme zitieren?
Antwort zuerst, dann die Erklärung, und jede Aussage so konkret wie möglich. KI-Systeme übernehmen bevorzugt kurze, in sich verständliche Absätze.
Checkliste für eine Rechtsgebietsseite:
- Überschrift als echte Mandantenfrage („Was tun nach einer Abmahnung?“).
- Erster Absatz beantwortet die Frage in 40 bis 60 Wörtern vollständig.
- Konkrete Angaben: Fristen, Zuständigkeiten, Ablauf, Ort.
- Keine Pronomen ohne Bezug: „Die Kanzlei Muster in Saarbrücken“ statt „wir hier“.
- Vergleichstabellen, wo Mandanten zwischen Wegen wählen müssen.
- Stand-Datum und Autor sichtbar.
- Strukturierte Daten (Schema.org) für Kanzlei, Personen und FAQ.
- Text als HTML, nicht nur in PDF oder Bild.
Werbesprache hilft dabei nicht. Aussagen wie „kompetente Beratung auf höchstem Niveau“ geben einer KI nichts, das sie einer Frage zuordnen kann. Sie stoßen außerdem an die Grenzen von § 43b BRAO.
Welche strukturierten Daten helfen einer Kanzleiwebsite?
Angaben nach Schema.org, die Kanzlei, Personen, Rechtsgebiete und häufige Fragen maschinenlesbar beschreiben. Strukturierte Daten stehen unsichtbar im Quelltext der Seite. Sie sagen Suchmaschinen und KI-Systemen eindeutig, was welche Angabe bedeutet: Das ist der Kanzleiname, das die Adresse, das eine Anwältin mit Fachanwaltstitel.
Für Kanzleien sind vor allem diese Typen sinnvoll:
LegalServiceoderAttorneyfür die Kanzlei, mit Adresse, Telefon, Öffnungszeiten und Rechtsgebieten.Personfür jede Anwältin und jeden Anwalt, mit Funktion und Verknüpfung zur Kanzlei.FAQPagefür Seiten mit häufigen Fragen.BreadcrumbListfür die Seitenstruktur.Articlemit Autor und Datum für Fachbeiträge.
Google zeigt FAQ-Ergebnisse in der Suche seit 2023 nur noch für wenige Arten von Websites an. Für das maschinelle Verständnis bleibt das Markup trotzdem nützlich. Wichtig: Strukturierte Daten müssen mit dem sichtbaren Text übereinstimmen. Bewertungen, die nicht auf der Seite stehen, gehören nicht hinein.
Sollte ich Fachartikel schreiben, um zitiert zu werden?
Ja, wenn sie echte Mandantenfragen beantworten und gepflegt werden. Ein Fachartikel zu einer häufigen Frage in Ihrem Rechtsgebiet kann als Quelle dienen, wenn er die Antwort früh und klar gibt.
Länge und Takt sind zweitrangig. Wichtiger sind drei Punkte: eine Frage pro Artikel, ein Stand-Datum, und regelmäßige Aktualisierung bei Gesetzes- oder Rechtsprechungsänderungen. Ein veralteter Artikel mit falscher Rechtslage schadet mehr als ein fehlender.
Welche Rolle spielen Erwähnungen außerhalb der eigenen Website?
Eine große, weil KI-Systeme Angaben aus mehreren Quellen abgleichen. Wenn Ihre Kanzlei in Anwaltsverzeichnissen, im Google-Unternehmensprofil, in Bing Places, bei der Kammer, in Fachbeiträgen oder Vortragsankündigungen mit denselben Angaben auftaucht, wird die Zuordnung eindeutiger.
Prüfen Sie dabei vor allem die Einheitlichkeit: gleicher Kanzleiname, gleiche Adresse, gleiche Telefonnummer, gleiche Rechtsgebiete. Abweichungen, etwa ein alter Standort in einem Verzeichnis, sind eine häufige Ursache dafür, dass eine Kanzlei nicht genannt wird.
Wie messe ich, ob GEO wirkt?
Mit einem festen Satz von Testfragen, die Sie regelmäßig in mehreren KI-Systemen stellen. Rankings wie bei Google gibt es für KI-Antworten nicht.
So gehen Sie vor:
- 10 bis 20 Fragen formulieren, wie Mandanten sie stellen, mit Rechtsgebiet und Ort.
- Diese Fragen monatlich in ChatGPT, Claude, Copilot, Perplexity und Gemini stellen.
- Notieren: Wird die Kanzlei genannt? An welcher Stelle? Welche Quelle wird zitiert?
- Zusätzlich in den Server-Logs Besuche mit Herkunft von KI-Diensten auswerten.
Die Antworten schwanken von Anfrage zu Anfrage. Einzelne Ergebnisse sind deshalb wenig aussagekräftig; erst der Verlauf über Monate zeigt eine Richtung.
Was ändert sich für Kanzleien nicht?
Die Grundlagen: eine schnelle, gut gegliederte Website mit sachlichen Inhalten und korrekten Angaben. Wer das bisher vernachlässigt hat, gewinnt mit GEO-Maßnahmen allein wenig.
Auch das Berufsrecht bleibt gleich. Inhalte, die für KI-Systeme geschrieben werden, sind Werbung im Sinne von § 43b BRAO und müssen sachlich bleiben. Und es bleibt dabei, dass niemand Platzierungen oder Nennungen zusagen kann. Weder Google noch die KI-Anbieter legen offen, wie genau sie Quellen auswählen.
Dieser Ratgeber beschreibt technische und redaktionelle Grundlagen. Er ist keine Rechtsberatung. Angaben zu Produkten und Crawlern geben den Stand September 2026 wieder und werden halbjährlich geprüft. Eine Nennung in KI-Antworten kann niemand zusagen.
Weiter: Wie wir Kanzleien bei GEO unterstützen, lesen Sie unter KI-Sichtbarkeit. Praktische Schritte je Assistent finden Sie im Leitfaden In ChatGPT gefunden werden.
Quellen: Google Search Central: KI-Funktionen und Ihre Website · OpenAI: Overview of OpenAI Crawlers · § 43b BRAO (abgerufen im September 2026)
Dieser Ratgeber beschreibt technische und organisatorische Grundlagen. Er ist keine Rechtsberatung. Funktionen der genannten Produkte ändern sich häufig; wir prüfen die Angaben halbjährlich.
